Geschichte des Yoga in der Schweiz

Hermann Hesse und C.G. Jung waren die ersten berühmten Stimmen aus der Schweiz, die Yoga in Dokumenten ihrer Zeit erwähnten und sich mit indischer Philosophie befassten. Der Schriftsteller Richard Seewald benutzte 1910 zum ersten Mal den Begriff „Yogis“ im Zusammenhang mit dem Monte Verità oberhalb Ascona. Romain Rolland verfasste eine viel beachtete Biografie über Gandhi, danach über Vivekananda und Ramakrishna. Damit war der Grundstein für das Interesse an indischer Kultur schon Anfang des 20. Jahrhunderts gelegt worden (cf. Martin Merz, Ursprünge der Yogapraxis in der Schweiz).

Der indische Arzt und Yogalehrer Selvarajan Yesudian und die ungarische Künstlerin Elisabeth Haich machten Yoga zum ersten Mal in der Schweiz bekannt. Zwischen 1949 und 1955 gründeten sie Yogaschulen in Aarau, Basel, Bern, Genf, Luzern, Ponte Tresa und St. Gallen. Yoga verbreitete sich so zunächst über Yoga- und Gymnastikkurse, später über Printmedien und Sendungen in Radio und Fernsehen. Eine Yogaszene begann sich allmählich zu formieren.

Unabhängig davon und aus dem Bedürfnis, die Yogalehrausbildung zu professionalisieren, gründeten die Yogalehrerinnen Anne Lenz-Brugger, Anne Morier, Madeleine Schneider und der Yogalehrer  Jean Roost die Fédération Suisse de Yoga in Lausanne (1968).  Sie unterstützten auch die Gründung der Europäischen Yoga-Union, im selben Jahr. Damit waren die ersten Schritte für eine professionelle Organisation der Lehrausbildung und Verbreitung des Yoga gemacht. Unter dem Dach der Schweizerischen Yoga-Gesellschaft/Fédération Suisse de Yoga (SYG/FSY)  vereinigen sich fortan mehrere Yoga-Ausbildungsschulen, die eine zentrale Prüfung für Yogalehrende organisieren. Dieses Konzept bleibt bis in die heutige Zeit bestehen.

Im Jahre 2007 wird die Schweizerische Yoga-Gesellschaft in Yoga Schweiz Suisse Svizzera umbenannt.

Seit der Jahrtausendwende ist allgemein eine starke Verbreitung des Yoga festzustellen. Yoga wird an zahlreichen privaten Yogaschulen unterrichtet und hält darüber hinaus Einzug in Schulen, in Firmen als Business Yoga sowie in Fitnesscentern.